Zur Rose-Aktien nach Zahlenenttäuschung bei Rivalin Shop Apotheke schwach

Bern (awp) - Die Aktien der Versandapotheke Zur Rose geraten am Dienstag kurz nach Börseneröffnung unter Verkaufsdruck. Händler verweisen auf enttäuschende Aussagen von Shop Apotheke zur Umsatzentwicklung im zurückliegenden zweiten Quartal. Zudem äussert die Rivalin Zweifel an der Erreichbarkeit der Jahresvorgaben. Von beidem werden negative Rückschlüsse auf das Tagesgeschäft von Zur Rose gezogen.

 

Um 09.30 Uhr verlieren Zur Rose Namen 3,1 Prozent auf 332 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen allerdings bei 316,50 Franken noch deutlich tiefer. Der Gesamtmarkt (SPI) notiert in etwa auf dem Schlussstand vom Vortag.

 

Seit dem frühen Dienstagmorgen steht fest, dass sich das Umsatzwachstum bei Shop Apotheke im zweiten Quartal deutlich verlangsamt hat. Firmeneigenen Angaben zufolge konnte der Umsatz zwischen April und Juni im Jahresvergleich bloss um 7,3 Prozent gesteigert werden. In den ersten drei Monaten dieses Jahres lag das Wachstum noch bei 22,5 Prozent.

 

Das Unternehmen selber äussert denn auch Zweifel, das diesjährige Ziel eines Umsatzwachstums von rund 20 Prozent bei einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 2,3 und 2,8 Prozent erreichen zu können. Wie es weiter heisst, werden die nächsten Wochen darüber entscheiden, ob die Jahresvorgaben aufrecht behalten oder unter negativen Vorzeichen überarbeitet werden.

 

Wie aus den Handelsräumen hiesiger Banken verlautet, ist unklar, ob es sich bei der Wachstumsverlangsamung bei Shop Apotheke nicht bloss um ein firmenspezifisches Phänomen handelt. Dennoch reagiere die Börse auch bei Zur Rose sichtlich nervös auf mögliche Hiobsbotschaften.

 

Solche gibt es aus rund um die Einführung elektronischer Medikamentenrezepte in Deutschland. Wie das Fachjournal "Apotheke adhoc" kürzlich schrieb, hakt es bei der geplanten Einführung elektronischer Medikamentenrezepte in Deutschland gewaltig. Der Zeitplan für die landesweite Einführung stehe auf sehr tönernen Füssen, so der Tenor.

 

Obwohl die Aktien weit vom Rekordhoch von Mitte Februar bei 514 Franken zurückgefallen sind, errechnet sich für die Zeit seit Anfang Januar noch immer ein ansehnliches Plus von gut 17 Prozent.

 

lb/cf