CS besetzt zwei Schlüsselpositionen in der Konzernleitung neu

(Zusammenfassung)

Zürich (awp) - Die Credit Suisse hat zwei Schlüsselpositionen in der Geschäftsleitung neu besetzt. Rafael Lopez Lorenzo leitet ab Oktober die Compliance und die Kommunikationschefin Christine Graeff übernimmt die globale Personalverantwortung.

Nach den Debakeln mit dem Hedgefonds Archegos und der Finanzboutique Greensill treibt die Grossbank damit den Umbau der Konzernleitung weiter voran. Als Chief Compliance Officer wird Lorenzo, der momentan noch das interne Audit leitet, ab 1. Oktober die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen durch die Bank überwachen.

Lorenzo wechselte 2015 von JP Morgan Chase zur Credit Suisse. Der Manager habe bei der Aufarbeitung der jüngsten Vorfälle eine entscheidende Rolle gespielt, erklärte die Bank. Lorenzo löst Thomas Grotzer ab, der die Funktion interimistisch seit April 2021 ausübt. Damals musste die bisherige Risiko- und Compliancechefin Lara Warner im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des US-Hedgefonds Archegos den Hut nehmen.

Mit der Ernennung von Lorenzo übernimmt der nächste "Neue" eine zentrale Führungsposition auf der Kontrollbrücke der CS. Bereits im Juli hatte die Bank dem Goldman-Sachs-Banker David Wildermuth zum Risikochef ernannt - und somit zum anderen Nachfolger Lara Warners. Wildermuth wird gemäss früheren Angaben sein Amt spätestens am 1. Februar 2022 übernehmen.

Risikoexperten für den VR

Aber nicht nur auf Stufe Konzernleitung legt die CS die Risikoüberwachung in andere Hände. Auch im Verwaltungsrat soll mit dem ehemaligen UBS-Banker Axel Lehmann ein Neuer den Vorsitz des Risikoausschusses übernehmen. Dazu müssen die Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 1. Oktober noch grünes Licht geben.

Die Funktion wurde frei, nachdem an der ordentlichen Generalversammlung vom April der bisherige Amtsinhaber Andreas Gottschling nach starkem Aktionärsdruck seine Kandidatur für eine Wiederwahl in letzter Minute zurückgezogen hatte.

Neue Personalchefin

Ein frischer Wind wehen wird künftig auch im Personalwesen der Bank. Denn dessen Leitung wird bis spätestens 1. Februar 2022 Christine Graeff übernehmen. Graeff, die seit Anfang Jahr als Kommunikationschefin und stellvertretende Personalchefin bei der CS tätig ist, tritt die Nachfolge von Antoinette Poschung an. Diese wird Ende Januar 2022 in den Ruhestand gehen.

Graef ist kein unbeschriebenes Blatt. Bevor sie zur CS wechselte, arbeitete sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Dort war sie in der Ära von Mario Draghi für die Kommunikation der Notenbank verantwortlich.

sig/ra