ABB-Aktien nach durchwachsenen Quartalszahlen unter Druck

Zürich (awp) - Die ABB-Aktien sind am Donnerstag deutlich schwächer in den Handel gestartet. Der Industriekonzern hat im dritten Quartal zwar weiter im grossen Stil Aufträge an Land gezogen, doch bremst der anhaltende Mangel an Computerchips die Umsatzentwicklung. ABB senkte das Umsatzziel. In Sachen Profitabilität liegt der Konzern derweil gut auf Kurs.

Gegen 09.25 Uhr verlieren ABB an der Börse 3,4 Prozent auf 31,00 Franken, während sich der Gesamtmarkt gemessen am Leitindex SMI kaum vom Fleck bewegt (+0,04%). Die ABB-Aktie hatte im Jahresverlauf deutlich an Wert gewonnen und ist seit Jahresbeginn um über 25 Prozent in die Höhe geklettert. Anleger bringen nun Gewinne ins Trockene.

Ein Lichtblick im Quartalsabschluss von ABB ist Analysten zufolge der erfreulich starke Auftragseingang. Dieser sei im dritten Quartal weiterhin dynamisch gewesen, wobei vor allem die Bereiche Process Automation und Robotics & Discrete Automation überzeugt hätten, schreibt Richard Frei von der ZKB.

Die durch den Chipmangel ausgelösten Probleme in der Lieferkette dämpften aber das Umsatzwachstum. Und ein Ende sei vorerst nicht in Sicht, heisst es. Als Folge davon senkte ABB die Umsatzprognose für 2021. Das sei enttäuschend, insbesondere nachdem die Lieferengpässe bereits im Sommer als Problem erkannt worden seien, so der Kurzkommentar von RBC. Damals hatte ABB die Umsatzziele noch angehoben.

Auch UBS-Analyst Guillermo Peigneux Lojo zeigt sich bezüglich Umsatzentwicklung enttäuscht. Seine Erwartungen seien über sämtliche Geschäftsbereiche hinweg verfehlt worden. Ähnliches sagt der Analyst über die Margen. Diese fielen nur im Automationsgeschäft etwas höher als von ihm gedacht aus.

Für ZKB-Analyst Frei ist die EBITA-Marge im dritten Quartal besser als erwartet ausgefallen. Auch dazu habe die Erholung im Bereich Process Automation einen wesentlichen Beitrag geleistet. ABB selber bestätigte das Margenziel und peilt in diesem Jahr weiterhin die obere Hälfte des Zielbandes von 13 bis 16 Prozent an.

Die starken Abgaben nach dem Quartalsausweis dürften auch mit Gewinnmitnahmen im Zusammenhang stehen. Denn die ABB-Titel hatten Mitte August noch ein Mehrjahreshoch (34,79 Fr.) erreicht und sind mit den wachsenden Sorgen zu den Lieferketten-Problemen sowie der Wachstumsverlangsamung in China bereits zurückgefallen. Auch die Themen wie steigende Rohmaterial- und Lohnkosten belasten den Kurs.

mk/kw