VP Bank erholt sich von Coronaeinbruch - aber weniger stark als erwartet

Vaduz (awp) - Die VP Bank hat sich nach dem Einbruch im Vorjahr wieder gefangen. Im Coronajahr 2020 hatte eine Wertberichtigung auf dem Kreditportfolio den Gewinn massiv einbrechen lassen - nun hat sich das Ergebnis im ersten Halbjahr 2021 entsprechend wieder deutlich erholt.

Der Konzerngewinn belief sich für die Periode von Januar bis Juni 2021 gemäss Mitteilung vom Dienstag auf 29,9 Millionen Franken, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (14,4 Mio).

Der Geschäftsertrag hingegen trat mit 166,6 Millionen Franken (VJ 166,8 Mo) auf der Stelle. Die unterschiedliche Entwicklung erklärt die Bank damit, dass Bewertungsänderungen grösstenteils dem Eigenkapital zugeschrieben werden und deren Schwankungen den Geschäftsertrag minimal beeinflussen.

Analysten hatten sowohl beim Geschäftsertrag als auch beim Gewinn mehr erwartet. Auch an den Vorkrisengewinn aus 2019 (35,3 Millionen Franken) konnte das Liechtensteiner Bankhaus noch nicht ganz anknüpfen.

Wachstum bei Kundenvermögen

Auf das Ergebnis drückten im ersten Semester die von den Zentralbanken gesenkten US-Dollar- und Euro-Zinsen, wie es weiter hiess. So sank der Erfolg aus dem Zinsengeschäft um 2,6 Prozent auf 55,9 Millionen Franken, der Erfolg aus dem Handelsgeschäft um über einen Viertel auf 24,1 Millionen.

Auf der anderen Seite konnte die Bank ihre Kosten senken. Der Geschäftsaufwand sank um knapp 10 Prozent und das Verhältnis Aufwand zu Ertrag, die sogenannte Cost/Income Ratio verbesserte sich auf 79,4 Prozent nach von 87,7 Prozent.

Die betreuten Kundenvermögen per Mitte Jahr werden mit 52,6 Milliarden Franken angegeben, ein Plus von rund 11 Prozent (Ende 2020: 47,4 Mrd). Dabei half ein Neugeldzufluss von 0,7 Milliarden, so die Bank. Die Übernahme des Kundengeschäfts der luxemburgischen Öhman Bank steuerte 0,9 Milliarden Franken bei.

Ziele bestätigt

Für die Zukunft sieht sich das Geldhaus auf Kurs. "Die Entwicklungen und erreichten Meilensteine im ersten Semester bekräftigen uns in unserer Strategie", liess sich CEO Paul Arni zitieren. Die Bank werde ihre Strategie 2026 auch im zweiten Semester fortführen, hiess es in der Mitteilung weiter. Ein Fokus liege dabei auf der Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts, zudem werde auch die aktive Marktbearbeitung im Bereich Privatmarktlösungen eine zentrale Rolle spielen.

Ab dem 1. Dezember wird zudem die Position eines Transformationschefs geschaffen, was die Bank als einen Meilenstein der IT-Strategie bezeichnete.

Die Ziele der Strategie 2026 wurden bestätigt. Bis in fünf Jahren peilt die VP Bank einen Gewinn von 100 Millionen Franken an. Die Gewinnmarge soll mehr als 25 Basispunkte betragen und die Cost/Income Ration maximal 70 Prozent.

tt/rw