Givaudan-Papiere leiden nach Halbjahreszahlen unter Gewinnmitnahmen

Zürich (awp) - Die Aktien des Aromen- und Duftstoffherstellers Givaudan haben den Handel am Donnerstag nach Vorlage der Halbjahreszahlen mit deutlichen Abgaben eröffnet. Während der Konzern wie erwartet kräftig gewachsen und sich weiter vom coronabedingten Rückgang des Vorjahres erholt hat, nehmen die Anleger an der Börse im grossen Stil Kursgewinne mit.

Gegen 09.30 Uhr fallen Givaudan um deutliche 3,0 Prozent auf 4335 Franken zurück. Der Gesamtmarkt verliert gemessen am SMI 0,15 Prozent. Dass die Anleger bei Givaudan Kasse machen, überrascht nicht. Die Titel haben seit März stark an Wert gewonnen und erreichten am gestrigen Mittwoch bei 4504 Franken ein neues Allzeithoch.

Die vorgelegten Geschäftszahlen sind in etwa so ausgefallen, wie das Analysten im Vorfeld der Publikation erwartet hatten. Die Angaben zum organischen Wachstum und der Marge lagen sogar leicht über den Konsensschätzungen. Givaudan konnte sogar das bereits kräftige Wachstum aus dem ersten Quartal im zweiten Jahresviertel noch leicht beschleunigen.

Von Analysten gibt es für den Halbjahresabschluss durchwegs gute Noten. Das Ergebnis sei "sehr stark" ausgefallen, hält Daniel Bürki von der ZKB fest. Das organische Wachstum sei vor dem Hintergrund, dass Givaudan bereits im Vorjahr gut gewachsen sei und sich der Aufholeffekt in Grenzen hielt, besonders überzeugend.

"Execution at its best", titelt Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy seinen Kommentar. Givaudan liefere Quartal für Quartal gute Resultate und setze die strategischen Pläne sehr gut um. Die zuletzt in die strategischen Wachstumsfelder getätigten Investitionen hätten sich bewährt.

Givaudan profitiert aber auch von der Markterholung. Vor allem die zyklischen Teile des Geschäftsportfolios hätten sich im ersten Halbjahr vom Corona-Dämpfer des vergangenen Jahres gut erholt gezeigt, heisst es bei Bernstein. Und auch der Bereich Foodservice sei Dank der Corona-Lockerungen zu Wachstum zurückgekehrt.

Zugleich sei der Anstieg der Rohmaterialpreise mit vom Unternehmen erwarteten 1 Prozent weiterhin nur moderat, was sich aber bald ändern dürfte. Bei der Bank Bernstein rechnet man mit einem kräftigen Preisanstieg bis ins Jahr 2022 hinein.

Für die zweite Jahreshälfte 2021 geht Vontobel-Analyst Bertschy davon aus, dass sich die Wachstumsdynamik normalisieren wird. Und mit mit der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante kämen neue Unsicherheiten auf. Zugleich habe sich aber das Geschäftsmodell von Givaudan in Pandemiezeiten mit Themen wie Hygiene und Sicherheit bei Nahrungsmitteln bewährt, so Bertschy.

mk/uh